Magazin für Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in der Region Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

Titelthema

Winterschlaf in den Höhlen auf der Alb

Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 33

Sie heißen „großer Abendsegler” oder „braunes Langohr”. In Deutschland gibt es 24 Fledermausarten, die allesamt als gefährdet gelten. Ein Grund liegt darin, dass die Insektizide der Landwirtschaft den Insektenbestand, von dem sich Fledermäuse ernähren, drastisch reduziert haben. Ein anderer liegt in der zunehmenden Ordnung der Welt, in der morsche Bäume und verfallene Häuser rasch aufgeräumt werden, wodurch die Fledermäusen sichere Unterkünfte verlieren. Zu allem Übel erreichen die Tiere ein für ihre Körpergröße biblisches Alter von mehr als 20 Jahren und zeugen nur ein bis zwei Jungtiere im Jahr. Dadurch baut sich der demolierte Bestand nur sehr langsam wieder auf.

Umso wichtiger ist es, die aktuelle Population zu schützen. Dies gehört auch zu den Aufgaben des Blaubeurener Höhlenvereins, in dessen Höhlen sich viele Fledermäuse zum Überwintern zurückziehen. Sie bilden große Kolonien mit mitunter tausend Tieren, die ihre Körpertemperatur auf etwa vier Grad senken. Wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen, benötigen sie so viel Energie, dass es ihr Leben kosten kann. Daher schließt der Verein die Höhlen in der Winterzeit und betritt sie nur auf leisen Pfoten, um den Bestand zu zählen.