Titelthema
Tierversuche made in Ulm
Das Tierforschungszentrum (TFZ) an der Uniklinik Ulm gehört zu den Zentren der Tierversuche in Süddeutschland. Der Schwerpunkt liegt auf der Traumaforschung, einem in der Sache gewalttätigen Interesse.
Laut den eigenen Angaben verbrauchte das TFZ im Jahr 2024 19.213 Mäuse, 7.498 Zebrafische, 782 Ratten, 207 Hamster, 54 Krallenfrösche, 19 Schweine und 2 Kaninchen, also 27.775 Tiere, um zu erforschen, wie diese auf Verletzungen durch äußere Gewalteinwirkung reagieren. Dafür erhielt es 2018 sogar einen Preis, „Herz aus Stein”, verliehen von den Ärzten gegen Tierversuche für die schlimmsten Tierversuche.
Dass Tierversuche grausam sind, bestreitet nicht einmal die Uni selbst. Während aber die Ärzte gegen Tierversuche meinen, dass sie für die menschliche Medizin nutzlos und vollständig ersetzbar sind, hält die Uni sie für „komplexe Fragestellungen” wie die Traumaforschung sowie „richtungsweisende Entdeckungen” noch für alternativlos. Allerdings erprobt in Ulm das 3R-Zentrum Ersatzmethoden, etwa Pankreas-Organoide sowie Computersimulationen, um Tierversuche zu reduzieren, und macht die Versuche weniger qualvoll. Vielleicht wird die Forschung einmal ohne Tierleid auskommen – noch scheint dies aber in weiter Ferne zu liegen.