Magazin für Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in der Region Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

Titelthema

Exoten im Donaumoos

Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 34

Exoten für den Teller (Beispielbild)

Der menschliche Hunger auf Tierisches ist so gewaltig, dass ihn das Vieh, das hier heimisch ist, kaum ganz befriedigen kann. Daher vergreift man sich auch an Exotischem, beispielsweise in Leipheim am König der Vögel – dem Strauss. 1993 erhielt ein Hof im Donaumoos zwei Afrikanische Straussenzuchtpaare, woraus mit dem Straussen Eiland eine der größten und langlebigsten Straussenfarmen Deutschlands wurde. Wiewohl die Tiere besser leben dürften als Hühner oder Schweine, geht ihre Ausbeutung, wie die Tierschutzorganisation PETA anprangert, ebenfalls mit „Tierleid und Qual” einher. Das Gehege im feuchtkalten Donaumoos dürfte kaum ein artgerechtes Revier abgeben für die lauffreudigen, ans trocken-heiße afrikanische Klima gewohnten Wildvögel. Vor allem aber dürften nur die 30 Zuchtstraussen im Eiland ein einigermaßen langes Leben führen; den 400–500 Küken und Jungstraußen, die auf der Farm leben, gönnt man dagegen nur einen Bruchteil ihrer maximal 50 Lebensjahre. Sie werden getötet, sobald sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben, was üblicherweise nach 15–18 Monaten soweit ist.

Die Vegionale hat das Straussen-Eiland hartnäckig um ein Interview gebeten, ist aber letztlich trotz freundlichem Kontakt gescheitert. Daher können wir nur begründet vermuten.