Magazin für Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in der Region Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

Titelthema

Die zwei Reisen im Leben eines Schweins

Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 33, 34

Bilder oben: Beengten Transport (Beispielbild) und massenhafte Schlachtung von Schweinen gibt es auch in der Region Ulm

Mitten durch die Region zieht sich ein Netzwerk, das aus Tierleid Lebensmittel macht. An jedem Tag, im Sommer wie im Winter, „produzieren” Muttersauen in Ställen der Region Ferkel, in einer so engen Bucht, dass sie sich nicht mal wälzen können. Nach einem Monat entreisst man der Sau die Ferkel, damit diese ihre erste Reise antreten: nach Ehingen, wo beim Ferkel-Vermarkter Schleker je Woche rund 5.000 Ferkel umgeschlagen werden. Wie bei einem Schulausflug kreuzen sich hier die Wege der Klassen. In ihrer neuen Heimat mästet der Landwirt die Ferkel so schnell es geht, da jeder Tag Kosten verursacht.

Nach etwa einem halben Jahr in dunklen, engen Ställen – ein Schwein hat etwa einen Quadratmeter Lebensraum – sind die Tiere, im Prinzip noch Kinder, aber oft schon krank von Enge, Langeweile und dem Ammoniak der eigenen Absonderungen, schwer genug, um ihre zweite Reise anzutreten, die auch ihre letzte wird – in den Ulmer Schlachthof im Donautal. Dieser tötet im Jahr über 1,5 Millionen Schweine. Jeden Tag kommen rund 5.000 Schweine mit einem Transporter an. Sie werden durch metallene Gänge getrieben, mit CO2 erstickt, und auf der Rückseite in toten Teilen wieder verladen.

Bild: Christoph Bergmann oder Envato (Zuordnung im Heft nicht eindeutig)