AUS DER PRAXIS
„Unsere Tierhaltung macht die Tiere krank – und damit auch die Menschen.“
Oft hört man, dass das Gesundheitswesen an seinem Limit arbeite, da immer weniger Ärzte immer mehr Kranke versorgen. Die Lösung dafür wäre, meint Dr. Buck, verblüffend einfach: „Wenn sich die Leute mehr bewegen und sich besser ernähren würden, hätte ich 80 Prozent weniger Patienten.”
Der Ulmer Orthopäde betreut neben hunderten von Patienten auch die Fußballer des SSV Ulm sowie die Nationalmannschaft der Leichtathleten. Aus seinen Erfahrungen weiß er, dass eine falsche Ernährung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit abträglich ist und eine sinnvolle Umstellung beides verbessert.
Zwei Probleme, eine Lösung
Ein großes Problem sind „kurzkettige Kohlenhydrate“, vor allem Zucker und raffiniertes Weizenmehl. „Das ist praktisch Gift.“ Der Stoffwechsel spaltet kurzkettige Kohlenhydrate rasch in das kleinste Bauelement Glucose auf, wodurch starke Insulinausschüttungen ausgelöst werden. Dies führt unter anderem zu den berüchtigten Heißhungerattacken. Zudem lagert sich Glucose als Säure im Bindegewebe ab, was Entzündungen auslösen und weitere Hormonprozesse negativ beeinflussen kann.
Das zweite Problem ist zu viel fettiges Fleisch. „Ein großes Problem sehe ich in der Haltung der Tiere. Sie macht Tiere krank und infolge auch die Menschen, die ihr Fleisch essen.“ Der hohe Fettanteil von etwa Schweinefleisch stört den Fettstoffwechsel, schlechte Fettsäuren verstopfen die Gefäße und verursachen Entzündungen. Dazu kommt noch die Belastung durch Stresshormone und Antibiotika. Es hat einen Grund, weshalb die World Health Organization (WHO) rotes Fleisch als „krebserregend“ einstuft.
Vollkornprodukte, Obst und Gemüse enthalten dagegen wenig Fette, aber gut verträgliche langkettige Kohlenhydrate und, vor allem in Blaubeeren, stark entzündungshemmende Antioxidantien. Eine Umstellung zu mehr Vollkorn, Obst und Gemüse hat schon hunderten von Bucks Patienten geholfen. Dass sie Gewicht verlieren, ist motivierend und erfreulich, aber eher ein Nebeneffekt: „Viele erzählen, dass sich ihr Schlaf und ihre Verdauung verbessert, sie fitter sind und auch ihre Gelenkprobleme zurückgehen.“ Die Fußballer des SSV berichten von einer Leistungssteigerung, objektiv messbar ist ein Rückgang der Muskelverletzungen.
Bei strenger veganer Ernährung fehlen laut Dr. Buck jedoch essentielle Aminosäuren, die der Körper für die Bildung bestimmter Proteine zwingend benötigt. Häufig fehlen den Klienten auch zusätzliche Nährstoffe – etwa Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren oder Eisen. Daher können gezielte Nahrungsergänzungsmittel – nicht nur für Veganer – sinnvoll sein.