ERNÄHRUNG & GESUNDHEIT / VEGAN – WEIL TIERE KEINE ZUTAT SIND
Ausgehen: Top oder Flop?
Eigentlich ist es ganz einfach, sich vegan zu ernähren: Man lässt Fleisch, Milchprodukte und Eier weg – übrig bleibt genug. Schwieriger wird es beim Essengehen, wo Veganer oft wenig Auswahl haben, während zuhause Ersatzprodukte nicht selten für Streit sorgen. Essen ist eben wichtig – und deshalb nie ganz einfach.
Lohnt sich – ganz und gar vegan!
VeggyGo
Marienstraße 7, Neu-Ulm

Das VeggyGo bringt belgische Imbiss-Vibes nach Neu-Ulm, nur eben vegan. Die Burger fett und saftig, der vegane Käse verblüffend authentisch. Die Pommes sind zwar nicht original belgisch, aber mit den ganzen Saucen trotzdem mega. Zwischen Donaucenter und Herdbrücke findet man die bisher einzige Filiale des Neu-Ulmer Franchise. Es gibt zwar auch Falafel, Cigköfte und Bowls, aber tendenziell geht man eher für die besten veganen Burger aller Zeiten hin.
Virtshaus
Auf dem Kreuz 37, Ulm

Das Virtshaus wartet mit einer gutbürgerlichen, aber veganen Küche in der Ulmer Innenstadt auf. In gediegenem Ambiente gibt es hier schwäbische Leckereien wie Kässpätzle, Zwiebelrostbraten oder Linsen mit Saitenwürstle, dazu Originelles wie Brezenknödel, Wildkräutersalat oder Rote-Beete-Bällchen und als Nachtisch Kaiserschmarrn, Marillenknödel oder Apfelstrudel. Ganz günstig ist es nicht – aber wo sonst können Veganer so zünftig schwäbisch schmausen?
Cigköftem
Insel 7, Neu-Ulm / Albert-Einstein-Platz 3/12, Ulm

Den veganen türkischen Cigköftem-Imbiss gibt es sowohl in Neu-Ulm nahe der Donaubrücke als auch in Ulm unter dem Bahnhof. Der Imbiss bietet den namensgebenden Cigköfte – in Scheiben gepresster Bulgur – sowie Weizenbällchen und Falafel, entweder im Wrap mit Gemüse oder als Teller, Salat oder Box. Abgesehen davon, dass es hier nur Veganes gibt, überzeugt die herrlich frische Würze mit Petersilie, Minze und Zitrone.
Die Vegionale verlost Gutscheine für VeggyGo, Virsthaus und Cigköftem. Einfach den QR-Code scannen, an unserer Umfrage teilnehmen und gewinnen!
Einen Versuch wert

SunRice
Insel 1, Neu-Ulm
Das SunRice in Neu-Ulm wirkt stylisch, mit dunklen Farben und moderner Asia-Deko. Die Karte klingt zunächst top: Misosuppe, Sommerrollen, Udon-Nudeln, Currys; Fleisch ist dabei optional, da jede Speise mit knusprig-weichem Tofu angeboten wird. Allerdings enthalten viele Gerichte dennoch Eier, Fisch oder Milch, sodass am Ende nur drei vegane Hauptgerichte übrig bleiben. Aber immerhin!

Hungry Turtle
Schaffnerstraße 2, Ulm
Jeder scheint zu denken, Veganer brauchen zwingend Tofu, Falafel oder ein Ersatzprodukt. Auf die Idee, einfach Bohnen als Proteinquelle anzubieten, kommt in Ulm nur ein Restaurant – das Hungry Turtle. Hier gibt es deftige Burritos, Quesadillas, Bowls und Tacos, mit reichlich schwarzen Bohnen und einer veganen Cheddar-Creme. Für einen moderaten Preis kann man sich so gut den Magen füllen.

Gourmet Lin
Schlachthausstraße 59, Günzburg
Nahe des Günzburger Bahnhofs bietet das Gourmet Lin ein Mittagsbuffet, das für Veganer durchaus ertragreich sein kann – wenn sie nicht ganz genau hinschauen. Die Auswahl ist umwerfend: gebackene Bananen, Pilze, geschmortes Gemüse, veganes Sushi; dazu Saucen, Pommes, Nudeln, Salat und mehr. Allerdings bleibt unklar, ob Saucen, Nudeln und Frittiertes nicht doch Ei oder Milchprodukte enthalten.

Safran
Marktplatz 16, Günzburg
Das Safran in der Günzburger Altstadt serviert zwar für ein indisches Restaurant ungewöhnlich viele Fleischspeisen, bietet aber auch eine ordentliche Auswahl an Gemüsegerichten. Die meisten davon enthalten leider Butter oder Käse. Für Veganer gibt es aber etwa pürierte Auberginen mit Tomaten und Zwiebeln, Kartoffeln in Zitronengrassoße und scharf gewürztes oder traditionell gebratenes nordindisches Gemüse.

Vegane Pizza in Günzburg
L’Osteria: Wilhelm-Maybach-Straße 5, Günzburg / Allegro: Augsburger Straße 14, Günzburg
Mittlerweile kann man Pizza häufig auch vegan essen, nicht einfach ohne Käse, sondern mit Ersatz. In Günzburg ist dies sowohl in der L’Osteria im Gewerbegebiet möglich als auch im Allegro in der Innenstadt. Während die L’Osteria mit ihren breit über den Tellerrand hinauslappenden Steinofenpizzen punktet, gibt es im Allegro noch einen schönen veganen Vorspeisenteller inklusive herrlicher Bruschetta-Variationen. Gut schmeckt es in beiden Pizzerien, wobei das Allegro den Vorteil der besseren Lage und des gemütlicheren Flairs hat.

Tokyo
Frauenstraße 39, Ulm
Das Tokyo in der Ulmer Frauenstraße bietet moderne japanische Küche. Das vegane Angebot ist breit, besonders bei den Vorspeisen: Neben Suppen gibt es auch frittiertes Gemüse. Als Hauptgerichte stehen Nudel- und Reisgerichte mit Gemüse und Tofu sowie Sushi zur Wahl, wobei die vegane Auswahl hier etwas begrenzt ist. Das Ambiente ist stilvoll, doch empfiehlt sich ein Platz in einer der Nischen, da es im Gastraum schnell laut werden kann.

Waldvogel
Grüner Weg 1, Leipheim
Am Rande von Leipheim, schon fast bei Günzburg, empfängt das Hotel Waldvogel an den Wochenenden auch Speisegäste. Die Küche ist gehoben, reich an Salaten und saisonalen Gerichten, darunter auch immer Veganes, mal traditionell, mal extravagant. Geschmacklich sind die Gerichte immer sehr gelungen, auch wenn die Portionen für den Preis eher klein ausfallen.

Mai Thai
Kaiser-Karl-Str. 28, Weißenhorn
Fußläufig vom Zentrum Weißenhorns tischt das Mai Thai eine gehobene thailändische Küche auf. Neben Vorspeisen – Frühlingsrollen, Suppen und Teigtaschen – enthält die Speisekarte eine ordentliche Auswahl veganer Gerichte. Jedoch nicht für diejenigen, die ungern scharf speisen, denn fast jede vegane Option war chiliös gewürzt. Auf Wunsch gibt es dafür jedes Gericht auch ohne Ei, was die vegane Auswahl erhöht.

Ist das nicht rechts?
Vegane Burger bekommt man mittlerweile fast überall, selbst bei BurgerKing und im Barfüßer. Aber das Franchise Hans im Glück hat daraus mehr gemacht. Es serviert gleich acht vegane Burger mit fünf verschiedenen Patties, neben Rinder- und Hühnchenersatz auch Gemüse-, Umami- und Falafelbratlinge, dazu Salate, Bowls, Kraut, Süßkartoffelpommes, Knusperbohnen … Doch war da – bei aller Freude über die reiche vegane Auswahl – nicht ein Haken? Eine sehr unappetitliche Verbindung nach Rechtsaußen?
Es geht um Hans-Christian Limmer. Der Gründer von Backwerk war Gesellschafter bei Hans im Glück – und hatte die Einladungen zum berüchtigten „Remigrationsgipfel” der AfD mit unterschrieben. Der Unternehmer war schon zuvor im Zusammenhang mit rechtsextremen Veranstaltungen aufgefallen. Als es Anfang 2024 zum Skandal um den Remigrationsgipfel kam, verkaufte Limmer seine Anteile an der Burgerkette. Die distanzierte sich und erklärte, weder bei der Einstiegsprüfung des Gesellschafters noch während der vierjährigen Zusammenarbeit rechte Tendenzen festgestellt zu haben.
Ob Hans im Glück es nicht wusste oder nicht wissen wollte, bleibt eine offene Frage. Heute hat Limmer mit der Burgerkette nichts mehr am Hut – und die veganen Patties bleiben spitze.
Hans im Glück, Münsterplatz 18, 89073 Ulm