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AUS DEM TIERHEIM

„Jährlich kommen um die 200 Tiere an“

Ein Einblick in das Günzburger Tierheim Arche Noah

Regionales Haustiere  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 27 · Emma Sposato

Arche Noah-Leiterin Bianca Thiel mit zwei Schützlingen

Sicherlich fragt man sich: Was muss passieren, dass so viele Lebewesen pro Jahr abgegeben oder gefunden werden?

Häufig ist die Allergie gegen die Fellnasen ein Grund. Viele wissen nicht, dass sie allergisch sind, etwa gegen Katzenhaare, und bemerken es erst, wenn die Nase beim Schmusen läuft. Manchmal sind es auch finanzielle Schwierigkeiten, oder, immer häufiger, unüberlegte Anschaffungen.

Oft werden die Tiere herrenlos gefunden, ob vor den Türen des Tierheims oder auf den Straßen. Die Mitarbeiter lassen das Tier nach der Ankunft durchchecken und, sofern sich kein ursprünglicher Halter meldet, impfen und gegebenenfalls kastrieren. Anschließend suchen sie nach einem neuen, liebevollen Zuhause. Bis dahin haben Katzen im Tierheim sechs gut ausgestattete Räume mit Kratzbäumen und Außenbereich; Hunde verweilen in großzügigen Zwingern im Hundehaus, welche mit Fußbodenheizung ausgestattet sind und ebenfalls über einen Außenbereich verfügen. Im Durchschnitt befinden sich etwa 30 Katzen und 10 Hunde im Heim. Aber keine Sorge, so viele wie abgegeben werden, werden wieder vermittelt. Jungtiere finden schnell ein neues Zuhause. Schwerer haben es ältere, chronisch kranke oder traumatisierte Tiere. Manche besonders schwierigen Fälle bleiben auch länger oder gar für immer im Tierheim. „Doch mit einem Sozialisierungs-Training geben wir auch schwierigen Vierbeinern die Chance, sich zu entwickeln und wieder einen Halter zu finden“, merkt Bianca Theil an, die Leiterin der Arche Noah.

Die Auswahl neuer Besitzer

Bild: Emma Sposato

Wer sich dafür entscheidet, ein Tier zu adoptieren, kann nicht einfach reinspazieren und sich eins mitnehmen. Für Katzen verlangt die Arche Noah drei Besuche, damit sich Tier und Mensch aneinander gewöhnen und die Entscheidung gut durchdacht ist, für Hunde noch mehr. Denn das Tierheim wählt neue Besitzer sorgfältig aus. Mit Erfolg: Nur rund fünf bis zehn Prozent der Tiere kommen wieder zurück, weil später Probleme auftreten.

Zur Adoption müssen die neuen Halter ein wenig Geld in die Hand nehmen. Für ein Kitten, einfach geimpft und gechipt, fällt eine Schutzgebühr in Höhe von 70 Euro an. Für eine ältere Katze, welche vollständig geimpft, gechipt und auch bereits kastriert ist, bis zu 180 Euro. Die Schutzgebühr bei Junghunden unter einem Jahr beträgt 400 Euro, bei ausgewachsenen Hunden 300 Euro.

(Sach-)spenden willkommen

Diese Einnahmen decken aber bei weitem nicht die Ausgaben der Arche Noah, die auch unter den steigenden Preisen für Tierärzte, Futter und Energie leidet. Die Stadt hilft zwar mit Fundtierpauschalen, doch ohne Spenden könnte das Tierheim nicht überleben und nur rote Zahlen schreiben; deshalb freut es sich immer über Geld- und Sachspenden.