GEFLÜGELPEST LOKAL
Tote Möwen und Schwalben im Plessenteich
Unter Naturschützern in der Region weckt die derzeitige Vogelgrippe-Epidemie Erinnerungen an das Frühjahr 2023. Als Nachhall der großen Welle von 2021/22 breitete sich das Virus im Plessenteich aus, einem renaturierten Baggersee im Neu-Ulmer Stadtgebiet, an dem rund 233 Vogelarten leben.
Anstatt wie gewohnt Brutvögel zu beobachten, mussten die Naturschützer des Gerlenhofener Arbeitskreises Umweltschutz (GAU) im Frühjahr 2023 tote Möwen und Schwalben aufsammeln. Weil Greifvögel und Eulen die Kadaver gefressen hatten, die am Ufer lagen, breitete sich die Epidemie auch auf diese aus, möglicherweise auch auf Rabenvögel.
In der Folge kam es zu einem sehr schlechten Brutjahr am Plessenteich, bei Möwen und Seeschwalben beinahe zum Totalausfall. Bei den Möwen hat sich die Population mittlerweile wieder einigermaßen erholt, während Seeschwalben selten bleiben. Eine weitere Vogelgrippe-Saison könnte dem Bestand erheblich zusetzen. Immerhin darf man hoffen, dass die aktuelle Welle am Plessenteich vorüberzieht, da die Seevögel dort, anders als Stallvögel, noch durch die letzte Epidemie immunisiert sind.

