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ÜBERREGIONALES

Tierschutzskandale 2025

News Tierhaltung  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 7

Hühner: Den Kopf bei lebendigem Leib abgerissen

Wenn eine Legehenne ausgedient hat, wird sie meist geschlachtet und als Suppenhuhn verkauft. Die Tierschutzorganisation Aninova hat im größten deutschen Schlachthof für Suppenhühner im fränkischen Ansbach ermittelt. Hier werden am Tag rund 100.000 Hennen am Fließband getötet und unter der Marke „Luna Suppenhühner” etwa bei Rewe verkauft. Und als wäre das Leben als Legehenne nicht schon hart genug, werden die Tiere dabei maximal gequält und misshandelt. 500 Stunden Videomaterial zeigen mehr als 500 Vorfälle: Mitarbeiter boxen, schlagen, würgen, werfen die Hühner; ihre Köpfe bleiben manchmal am Schlachtband hängen und werden bei lebendigem Leib abgerissen. Nach der Aufdeckung wurde der Schlachthof geschlossen – und bleibt das wohl auch.

Bild: Envato oder SOKO Tierschutz (Zuordnung im Heft nicht eindeutig)

Rinder: Jeder Tag in Ketten, das ganze Leben lang

Die Tierschutzorganisation Aninova hat in Bretzfeld, Hohenlohe, verdeckt in einem Milchbetrieb gefilmt. Rund 50 Kühe leben das ganze Jahr – ihr ganzes Leben – in einer engen Anbindehaltung, die ihnen kaum erlaubt, sich zu bewegen und miteinander zu interagieren. Die Milch wird von der Molkerei Hohenlohe abgeholt und etwa bei Edeka oder Rewe verkauft. Anders als in Schweden, Österreich und der Schweiz ist die ganzjährige Anbindehaltung in Deutschland legal. Rund eine Million Rinder leiden unter dieser Haltungsform, insbesondere in Bayern. Allerdings halten viele Tierärzte und auch Juristen die ganzjährige Anbindehaltung für gesetzeswidrige Tierqual. Aninova hat daher gegen den Betrieb eine Strafanzeige gestellt.

Bild: Envato oder SOKO Tierschutz (Zuordnung im Heft nicht eindeutig)

Kaninchen: Das komplette Blut abgesaugt

Hinter den Kulissen eines Biobauernhofs in Kissing nahe Augsburg leiden und sterben im Jahr rund 36.000 Kaninchen. Die Mitarbeiter spritzen den Kaninchen Wirkstoffe, damit diese Antikörper bilden. Danach wird ihnen das gesamte Blut abgesaugt und an Pharmaunternehmen verkauft. Die Kaninchen leben dabei, zeigen Aufnahmen der SOKO Tierschutz, in Enge und Dunkelheit und werden zudem grob und unnötig brutal behandelt. Der Hofbesitzer verlor seinen Sitz aus der Grünen (!) Fraktion im Gemeinderat und betrachtet sich selbst als das Opfer der Affäre.

Bild: Envato oder SOKO Tierschutz (Zuordnung im Heft nicht eindeutig)

Schweine: Wer sein Fleisch beim Metzger kauft …

Die Videos, die SOKO Tierschutz aus einem großen Schweinemast-Betrieb in Hawangen nahe Memmingen aufnahm, wirken wie Schnappschüsse aus der Hölle: schwer kranke, verletzte und sterbende Tiere, die in Fäkalien liegen und an unbehandelten, eitrigen Wunden leiden; verwesende Kadaver, Blutlachen, Maden. Der Betrieb hält rund 2.500 Schweine und beliefert auch eine große schwäbische Metzgerei. Nun widmet sich ein Staatsanwalt den Vorwürfen.

Bild: Envato oder SOKO Tierschutz (Zuordnung im Heft nicht eindeutig)

Schafe: 400 Opfer des Animal Hoardings

Bei Magdeburg entdeckte man auf einem Grundstück rund 400 tote sowie rund 600 weitere, stark vernachlässigte Schafe und mindestens 14 ebenso verwahrloste Hunde. Die Halterin, eine 62-jährige Frau, hatte eigentlich seit Jahren ein Tierhaltungsverbot, umging dieses aber, indem sie unter falschem Namen Grundstücke anmietete. Dieser extreme Fall von Animal Hoarding, bei dem sich Menschen mehr Tiere zulegen als sie versorgen können, wird Behörden und Tierheime noch lange beschäftigen.