{"id":191,"date":"2026-03-10T09:00:00","date_gmt":"2026-03-10T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/regionales\/lob-der-ersatzprodukte-hartmut-distel\/"},"modified":"2026-07-14T16:20:50","modified_gmt":"2026-07-14T14:20:50","slug":"lob-der-ersatzprodukte-hartmut-distel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/regionales\/lob-der-ersatzprodukte-hartmut-distel\/","title":{"rendered":"\u201eMein Lieblingsessen ist immer noch der Zwiebelrostbraten mit K\u00e4ssp\u00e4tzle\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Man sieht Hartmut Distel nicht eben an der Nase an, dass er ein veganer Ern\u00e4hrungsberater ist. Zumindest entspricht der 56-J\u00e4hrige nicht dem Klischee, dass Veganer nur M\u00f6hren und Tofu essen und dauernd Yoga \u00fcben.<\/p>\n<p>Distel, der auch Serviceleiter des Virtshaus ist, Ulms veganem Restaurant, stellt sich unverkrampft als \u201eHardy\u201d vor. Er wurde vor acht Jahren vegan, nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Weil er dem Tod von der Schippe gesprungen war, reflektierte er vieles, darunter das ethische Problem, dass Tiere leiden, Gewalt erfahren oder sterben m\u00fcssen, damit er seinen geliebten Zwiebelrostbraten nach Allg\u00e4uer Art mit K\u00e4ssp\u00e4tzle essen kann.<\/p>\n<h2>Ohne Tod kein Fleisch<\/h2>\n<p>\u201eIch habe mir lange eingeredet, dass es ok ist, wenn ich mein Fleisch beim Metzger kaufe. Aber das ist es nicht. Je mehr ich mich informierte, umso klarer wurde mir, dass es kein Fleisch, keine Milch und keine Eier ohne Gewalt, Tod und Ausbeutung gibt,\u201d erz\u00e4hlt Hardy.<\/p>\n<p>Mit der Entscheidung, fortan vegan zu leben, verlor er aber nicht seine Liebe zu Rostbraten und Sp\u00e4tzle. So einfach l\u00e4uft es nicht. Also recherchierte und experimentierte er. Sp\u00e4tzle kann man etwa mit weniger Wasser herstellen, so dass sie auch ohne Ei fest werden, alternativ verwendet Hardy gerne Johannisbrotmehl oder eben den Eiersatz, den man im Supermarkt kaufen kann.<\/p>\n<h2>Das Original wom\u00f6glich \u00fcbertroffen<\/h2>\n<p>Auch auf seinen geliebten Cappuccino mit Milchschaum muss er nicht verzichten. Er ersetzt die Kuh- durch eine Pflanzenmilch, entweder aus Hafer oder Soja. Mittlerweile schmeckt ihm das sogar besser als das Original.<\/p>\n<p>Und wie ist es mit dem Rostbraten? Kann man den ersetzen? Erstaunlicherweise ja. In Superm\u00e4rkten gibt es immer bessere Alternativen, die etwa bei W\u00fcrsten, Schnitzel und Hackfleisch keine W\u00fcnsche offen lassen und, um auf einen beliebten Einwand zu reagieren: oft nicht st\u00e4rker verarbeitet sind als tierische Produkte. Den Zwiebelrostbraten genie\u00dft Hardy dagegen am liebsten im Virtshaus, wo der K\u00fcchenchef ein veganes Bratenst\u00fcck mit Sauce auftischt, das, meint Hardy, dem Original in nichts nach steht \u2013 und es wom\u00f6glich sogar \u00fcbertrifft.<\/p>\n<p>Das Wichtigste fehlt aber noch: die K\u00e4sesp\u00e4tzle. Hardy gibt zu, dass viele K\u00e4se-Alternativen bisher nicht an einen guten, festen K\u00e4se herankommen. Aber es wird besser. Im Virtshaus mixt man mehrere vegane K\u00e4sesorten und vegane Sahne mit Hefeflocken und veganem Schmand, um K\u00e4ssp\u00e4tzle zu zaubern, die auch tief schw\u00e4bische Geschmacksknospen gl\u00fccklich machen.<\/p>\n<p>So kommt es, dass Hardy auch nach acht Jahren Vegansein mit aller \u00dcberzeugung sagen kann: \u201eMein liebstes Essen ist ein Zwiebelrostbraten mit K\u00e4sesp\u00e4tzle \u2013 aber ohne tote und ausgebeutete Tiere\u201d.<\/p>\n<p><em>Kurz vor unserem Redaktionsschluss hat Lu Patscheider, Gr\u00fcnder und K\u00fcchenchef des Virtshauses, leider aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden das Handtuch geworfen. Das Team ist fest entschlossen, das gut laufende Restaurant weiter zu f\u00fchren und hofft, es schon in wenigen Wochen wieder mit derselben Speisekarte zu \u00f6ffnen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sieht Hartmut Distel nicht eben an der Nase an, dass er ein veganer Ern\u00e4hrungsberater ist. 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