{"id":168,"date":"2026-03-10T09:00:00","date_gmt":"2026-03-10T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/regionales\/stoerche-auf-den-daechern-langenaus\/"},"modified":"2026-07-14T16:20:50","modified_gmt":"2026-07-14T14:20:50","slug":"stoerche-auf-den-daechern-langenaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/regionales\/stoerche-auf-den-daechern-langenaus\/","title":{"rendered":"Auf den D\u00e4chern Langenaus"},"content":{"rendered":"<p>St\u00f6rche sind schwer zu \u00fcbersehen. Wenn sie ihre Fl\u00fcgel ausbreiten, werfen sie einen weiten Schatten auf die Stra\u00dfen, und was sie auf die D\u00e4cher bauen, sind keine Nester, sondern h\u00f6lzerne Festungen, die bis zu einer Tonne wiegen k\u00f6nnen. Diese Auff\u00e4lligkeit verdeckt, wie selten St\u00f6rche eigentlich sind. Seit den 80ern hat sich der Bestand von 2.500 auf 7.500 Brutpaare in Deutschland erholt. Das klingt viel, ist aber verglichen mit 85 Millionen Menschen oder 400.000 Kr\u00e4hen-Brutpaaren verschwindend wenig. Der Bestand hat sich stabilisiert, erkl\u00e4rt der Langenauer Storchenbetreuer J\u00f6rg M\u00fcller, doch bedroht sind die Gro\u00dfv\u00f6gel weiterhin.<\/p>\n<p>In Langenau, einer der Storchen-Hochburgen S\u00fcddeutschlands, gibt es rund 40 Nester, in denen im Sommer gut 200 St\u00f6rche wohnen. Ab M\u00e4rz klappert und flattert es auf den D\u00e4chern, und staunende Besucher erblicken auf fast jedem ein Nest. Auf manchen, wie dem der B\u00e4ckerei Staib, leben sogar drei Familien in harmonischer Nachbarschaft nebeneinander.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img width=\"291\" height=\"244\" src=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-099.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" \/><figcaption>J\u00f6rg M\u00fcller ist Storchenbetreuer von Langenau. Als Natursch\u00fctzer f\u00fcr die ARGE Donaumoos verbringt er einen Gro\u00dfteil seiner Freizeit damit, sich um das Wildleben in den moorigen Wiesen an der Donau zu k\u00fcmmern. \u00b7 <span class=\"bildnachweis\">Bild: Sven Wolf<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<h2>Ideales Umfeld f\u00fcr St\u00f6rche<\/h2>\n<p>Die meisten Langenauer lieben ihre St\u00f6rche. Aber nicht immer leben Mensch und Tier reibungsfrei zusammen. Wenn die Nester die Schornsteine verstopfen, darf man sie nur mit Genehmigung und nach der Brutzeit entfernen; und wenn die Jungv\u00f6gel ihre B\u00fcrzel \u00fcber den Nestrand heben, flie\u00dft der Kot sturzbachartig das Dach hinab. Das schadet den Ziegeln nicht, sagt M\u00fcller, sondern pflegt sie sogar, weil der Kot das Moos zersetzt. Doch wenn er wie bei der Volksbank die Nottreppe und Photovoltaikanlage verschmiert, st\u00f6\u00dft auch ehrliche Tierliebe an ihre Grenzen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img width=\"200\" height=\"297\" src=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-100.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" \/><figcaption>Im ganzen Stadtgebiet besetzen die St\u00f6rche hoch gelegene Pl\u00e4tze, hier auf einer speziellen Plattform, die die Kirchengemeinde angebracht hat. Um fliegen zu lernen, m\u00fcssen die Jungv\u00f6gel zun\u00e4chst hinabfallen. Erst erwachsene St\u00f6rche k\u00f6nnen aus dem Stand abheben. \u00b7 <span class=\"bildnachweis\">Bild: Sven Wolf<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Den Standort Langenau haben sich die St\u00f6rche ausgesucht, weil sie im nahen Donaumoos gen\u00fcgend Insekten, M\u00e4use und auch Amphibien als Nahrung finden. Doch wegen der Trockenheit wurde das Angebot im letzten Jahr knapper, weshalb einige St\u00f6rche, erz\u00e4hlt M\u00fcller, die schw\u00e4cheren K\u00fcken kurzerhand aus dem Nest werfen, um sich um die St\u00e4rkeren zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Das Leben der St\u00f6rche ist hart. Im Herbst treibt der Instinkt die Jungv\u00f6gel auf die Reise in den S\u00fcden, teilweise bis nach Afrika, meist aber nur bis Spanien. Von dieser Reise wird nur die H\u00e4lfte zur\u00fcckkehren. Die alten St\u00f6rche fliegen eigentlich nach \u2013 doch rund 14 Exemplare haben sich so gut in Langenau eingelebt, dass sie auch den Winter hier bleiben.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img width=\"456\" height=\"465\" src=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-101.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" srcset=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-101.jpg 456w, https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-101-294x300.jpg 294w\" sizes=\"auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><figcaption>Langenau aus der Storchenperspektive. Auf dem Dach der B\u00e4ckerei Staib nisten gleich drei Paare in harmonischer Nachbarschaft. Kein Vogel in Deutschland baut so gro\u00dfe Nester wie der Storch. Die Nester, die \u00fcberwiegend aus Holz und Lehm bestehen, k\u00f6nnen bis zu einer Tonne schwer werden. \u00b7 <span class=\"bildnachweis\">Bild: Sven Wolf<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie monogam St\u00f6rche wirklich sind, ist umstritten. In den gro\u00dfen Kolonien in Spanien wechseln sie vermutlich auch mal die Partner \u2013 und den Freundeskreis. Zumindest hat man in Langenau schon einen Storch angetroffen, der in Spanien geboren ist. Die beiden Prachtexemplare, die am S\u00fcdgiebel des Rathauses wohnen, d\u00fcrften sich aber treu bleiben.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img width=\"320\" height=\"222\" src=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-102.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" srcset=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-102.jpg 320w, https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-102-300x208.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption><span class=\"bildnachweis\">Bild: Sven Wolf<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img width=\"458\" height=\"319\" src=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-103.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" srcset=\"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-103.jpg 458w, https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/img-037-103-300x209.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 458px) 100vw, 458px\" \/><figcaption><span class=\"bildnachweis\">Bild: Sven Wolf<\/span><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langenau, etwas nord\u00f6stlich von Ulm gelegen, ist eine der s\u00fcddeutschen Storchen-Hochburgen. 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