{"id":158,"date":"2026-03-10T09:00:00","date_gmt":"2026-03-10T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/regionales\/leben-und-leiden-lassen\/"},"modified":"2026-07-14T16:20:52","modified_gmt":"2026-07-14T14:20:52","slug":"leben-und-leiden-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.vegionale.de\/cbot\/regionales\/leben-und-leiden-lassen\/","title":{"rendered":"Leben und leiden lassen"},"content":{"rendered":"<p>Wir Menschen beherrschen und verwalten den gesamten Lebensraum, selbst da, wo er noch nat\u00fcrlich wirkt \u2013 einschlie\u00dflich der Tiere in ihm.<\/p>\n<p>Am deutlichsten wird dies im Leben der Nutztiere, der Schweine, Rinder, H\u00fchner, Truth\u00e4hne, Schafe. Ihr Leben unterliegt einer l\u00fcckenlosen Kontrolle durch die Menschen. In den ausgedehnten Landkreisen Neu-Ulm und G\u00fcnzburg leben etwa 60.500 Rinder, 32.500 Schweine und 11.300 Schafe oder Ziegen. Allein in Neu-Ulm werden 76.000 H\u00fchner, Truth\u00e4hne und andere Gefl\u00fcgelarten gehalten.<\/p>\n<p>Schweinez\u00fcchter findet man vor allem in der Region um Ehingen. Hier liefern viele Z\u00fcchter ihre Ferkel an den Vermarkter Schleker. Nicht weit davon, im Ulmer Donautal, befindet sich einer der gr\u00f6\u00dften Schlachth\u00f6fe S\u00fcddeutschlands, und in G\u00fcnzburg stellt OSI die Patties f\u00fcr McDonalds her. An der Massentierhaltung h\u00e4ngen zahlreiche Jobs, vermutlich Zehntausende. Allein in G\u00fcnzburg gibt es 700 Rinder- und 140 Schweinehalter sowie hunderte Gefl\u00fcgelhalter. Dazu kommen die Schlachth\u00f6fe, Molkereien, Metzger, K\u00f6che, Tier\u00e4rzte \u2026<\/p>\n<h2>Eingriffe in Lebensr\u00e4ume<\/h2>\n<p>Die meisten Nutztiere leben unter unvorstellbar f\u00fcrchterlichen Bedingungen. Der Mensch tritt ihnen gegen\u00fcber buchst\u00e4blich als D\u00e4mon auf. Um sie an die Haltungssysteme anzupassen, amputiert er den Puten die Schn\u00e4bel und den Ferkeln die Ringelschw\u00e4nze; nach einem kurzen, freudlosen Leben t\u00f6tet er sie dann, fast noch im Kindesalter.<\/p>\n<p>Immerhin gibt es kleine Verbesserungen. Laut Veterin\u00e4ramt Neu-Ulm haben \u201erechtliche Versch\u00e4rfungen\u201d sowie \u201eklare Vorgaben im Verwaltungsvollzug\u201d das Tierwohl in den vergangenen Jahren verbessert. In G\u00fcnzburg mache sich, so das dortige Veterin\u00e4ramt, der Einfluss der Discounter bemerkbar, die bessere Haltungsstufen verlangen und bezahlen \u2013 ohne dass dies den Schrecken der Massentierhaltung ernsthaft lindert.<\/p>\n<p>Sehr viel besser verh\u00e4lt sich der Mensch den Wildtieren gegen\u00fcber. Auf der Alb sorgen H\u00f6hlenvereine daf\u00fcr, dass Flederm\u00e4use im Winterschlaf ihre Ruhe vor St\u00f6rern haben. In Langenau freuen sich die Leute \u00fcber die St\u00f6rche, selbst wenn diese die Kamine verstopfen und die D\u00e4cher mit Kot bedecken. Und in Ulm sorgt ein Interessenverband daf\u00fcr, dass Tauben artgerecht gef\u00fcttert werden.<\/p>\n<p>Der Mensch hat den nat\u00fcrlichen Lebensraum der Tiere, die W\u00e4lder und Wiesen, unwiderruflich ver\u00e4ndert. Er verleibt sie der Zivilisation ein \u2013 und erh\u00e4lt damit eine Verantwortung gegen\u00fcber den Tieren. In den W\u00e4ldern kontrollieren F\u00f6rster die Population der Wildtiere \u2013 die mangels W\u00f6lfe keine Fressfeinde mehr, aber klimawandelsbedingt reichlich Nahrung haben \u2013, in den Baggerseen um die Donau setzen Angelvereine Fische aus, um sie sp\u00e4ter wieder zu fangen, und an den feuchten Wiesen im Donaumoos und dem Arnecker Ried sorgen der NABU und die Arge Donaumoos daf\u00fcr, dass Wildtiere gute Lebensbedingungen finden.<\/p>\n<p>Das Zusammenleben von Menschen und Tieren ist kaum mehr zu \u00fcberblicken. Kein Tier, das nicht vom Menschen abh\u00e4ngt, und viel mehr Menschen, die von Tieren abh\u00e4ngen, als man glaubt. Dabei zeigt sich aber ein bemerkenswerter Unterschied zwischen den Wildtieren, die der Mensch liebevoll umsorgt, und den Nutztieren, denen er ein meist qualvolles Leben auferlegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines gilt f\u00fcr fast alle Tiere in der Region: Sie sind vom Menschen abh\u00e4ngig. Manchmal zu ihrem Wohl \u2013 h\u00e4ufiger aber zu ihrem Leid.<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_veg_vorspann":"Eines gilt f\u00fcr fast alle Tiere in der Region: Sie sind vom Menschen abh\u00e4ngig. 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